Spring, damit du fliegen kannst

 

Ich geb zu das mit dem Blog schreiben hat mich jetzt irgendwie „gekickt“…ist ja fast wie Tagebuchschreiben als Jugendliche.  

Vor ein paar Wochen hatte ich eine Klientin die für alle Anregungen, etwas an ihren bisherigen Leben zu verändern eine „Ausrede hatte“. 

Dies könnte schief gehen, dafür sei sie nicht qualifiziert, darüber hatte sie sich noch nicht informiert, und und und. 

Mir geht dabei immer durch den Kopf: „ Wer WILL findet WEGE, wer nicht möchte findet AUSREDEN! „…..oder ist schlicht und ergreifend noch nicht an seiner persönlichen Leidensgrenze angekommen um zu Handeln. Denn die ist bei jeden Menschen unterschiedlich und erst wenn wir DIE erreicht haben, können wir die Kräfte in uns ballen und sind bereit zu handeln. Davor wollen wir nur ein Pflaster, eins das die Wunde schön abdeckt. Ich möchte das meine Klienten die Wunde aber sehen, das Luft daran kann damit sie langsam abheilen kann und das wir in dieser Zeit besonders achtsam und behutsam mit uns selbst sind damit die Wunde nicht wieder neu aufreißt.

 Der Paraglider

Was ich dieser Klientin mit auf den Weg gegeben habe, war eine Geschichte über das Paragliding.  Wenn ein Paraglider oben am Abgrund steht, gibt es sicherlich 100 gute, plausible Gründe nicht zu springen ! 

Aber wenn er es tut, dann braucht er VERTRAUEN. Vertrauen darauf das dort draußen Thermik herrscht welche ihn sanft auffängt und in die Höhe treibt. Er nimmt Anlauf und mit all seinem Mut, seinem Wissen, seinem Vertrauen springt er ins Nichts. 

Das wichtigste an dem Vergleich mit dem Paraglider ist für mich, dass es NIE Ziel des Springers ist für immer Oben zu bleiben. Sondern das Ziel eines jeden Fluges ist es möglichst sanft zu landen. Wie sagt ein schönes Sprichwort, runter kommen Sie alle……JA das stimmt, nur die einen Sanfter und die anderen Härter.

 

Kontrolle loslassen, Vertrauen gewinnen

Was aber wenn er gar nicht springt? Dann erlebt er nie diesen einen Moment in dem er, voller Adrenalin erst ins offenen Nichts springt um dann zu merken das er fliegen kann. Das er getragen wird von etwas was er nicht sehen kann. 

Ja, wir können im Leben nicht immer alles kontrollieren, aber wenn wir diese vermeindliche Sicherheit loslassen dann bekommen wir was viel wertvolleres. Wir bekommen Vertrauen, in uns selbst ->Selbstvertrauen. 

Es erinnert mich an eine eigene Geschichte. Ich war mit Anfang 20 mit einer Gruppe beim Rafting und beim Canyoning…am Ende standen wir alle vor einer kleinen Lagune, in welche wir springen sollten. Ich habe starke Höhenangst und die hat mich so sehr blockiert das ich als Einzige nicht gesprungen bin. Ich bin damals den Weg nach unten gegangen und hatte nicht das Vertrauen, wie die anderen. Diese Geschichte hängt mir bis heute nach. Ich würde gern noch einmal dort oben stehen und springen. Mich überwinden, das kribbeln im Bauch spüren und dieses wahnsinnig aufregende Gefühl ins Wasser zu tauschen und den Stolz den man danach fühlt.

 Das Leben besteht aus Chancen die wir nutzen sollten

Worum geht es also? Es geht im Leben um die vielen ausgelassenen Chancen, um die Momente in denen wir uns nicht getraut haben die Sicherheit und die Kontrolle abzugeben um uns auf etwas Unbekanntes einzulassen. 

Manchmal müssen wir einfach Vertrauen haben und springen, sonst werden wir nicht erfahren ob wie fliegen können und den Höhenflug verpassen. Wie wir landen können wir nicht immer beeinflussen, ob wir überhaupt erst mal springen - das liegt in unserer Hand.

 

Der 1te Schritt ist immer der schwerste, das gilt für viele Momente im Leben. Ob wir etwas an uns selber verändern möchten, an unserer Lebenssituation oder unserem Arbeitsverhältnis. Aber es lohnt sich, wir werden belohnt, mit dem Kribbeln im Bauch, der Anspannung davor und dem Erlebnis danach.

Reich mir deine Hand, geh mit mir über die Brücke und erkunde mit mir die andere Seite!

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Anja (Montag, 16 Juli 2018 22:10)

    Schön geschrieben �
    Bei deiner eigenen Erfahrung mit dem Canyoning... sieh es doch mal anders... nicht als eine Art "versagen"... du bist damals nicht gesprungen, das hat auch enormen Mut gekostet, für dich in dem Moment einzustehen, nicht um der Gruppe Willen zu springen, damals warst du nicht so weit, aber vielleicht jetzt?! Jetzt würdest du springen, also zu es! Und nimm dein altes Ich in den Arm - es war zu dem Zeitpunkt doch völlig ok ���